Grünkohlfahrt nach Fischerhude

Hans Schuy

 

Morgens um 9.00 Uhr am 6. Februar ging unsere Kohlfahrt im bequemen Reisebus der Firma Bösche los, wiederum hervorragend organisiert von Anna und Gert Haushalter. Das diesjährige Ziel war Fischerhude, vor Bre­men in der Nähe von Worpswede, ein romantisches Dörf­chen, das typisch für die Wiesen- und Moorlandschaft und von starken künstlerischen Eindrücken geprägt ist; außer­dem hat Gert Haushalter dort einen Teil seiner Jugend erlebt und konnte somit von vielen persönlichen Eindrücken berichten.

 

Nach der Begrüßung durch unseren Vorsitzenden im voll­besetzten Bus, der doch die unterschiedliche Einstellung zum Grünkohl herausstrich (in Süddeutschland spricht man von Krauskohl und verwendet ihn im Winter als Vieh­futter), war das Ziel auch schon erreicht.

 

Als erstes musste dann vor dem Rundgang durch Fischer­hude eine geistige Stärkung genommen werden, damit auch die Kehlen gut geölt und in Plattdeutsch das Trinklied mitsingen konnten. Da schon im Bus eine ausführliche Infomappe über Fischerhude verteilt worden war, konnte man sich beim Rundgang auch vielen persönlichen Gesprächen widmen. Besonders informativ war aber die Beziehung von unserem verstorbenen Bundeskanzler Helmut Schmidt zu diesem Ort und dem damit verbunde­nen Widerstand der damals jungen Dorfbewohnerin Cato Bontjes van Beek gegen den Nationalsozialismus. Bei der Besichtigung des Heimatmuseums konnte man einen guten Einblick in die bäuerliche Zeit vor zwei- bis dreihun­dert Jahren bekommen, bevor Fischerhude vom Touris­mus geprägt wurde. Aber dann kam ja das Wichtigste: Grünkohl nach Bremer oder Oldenburger Art! Auf der großen Tenne im urigen Gasthaus Körber wurden wir rich­tig „abgefüllt", Kassler, Schweinenacken, Schweinebauch, Koch- und Pinkelwurst, so viel man wollte, dazu ein etwas anderer Grünkohl als gewohnt — etwas feiner püriert — und Brat- und Salzkartoffeln. Mit Hilfe von guten Getränken wurde doch mehr verspeist als man eigentlich vorhatte! Ein Klarer hinterher half, alles gut zu verdauen.

 

Den Abschluss'bildete die Wahl zur Kohlkönigin bzw. zum Kohlkönig. Wie jedes Jahr hatte Ehepaar Kägbein beson­ders „herausgeputzt" — mit viel Grünkohl aus dem eigenen Garten, so dass die Wahl wiederum auf beide fiel, jedoch ergänzt durch eine zweite, mit gleich lautem Applaus bedachte, Grünkohlkönigin, Shahla Trecker.

 

So konnten wir dann alle am späten Nachmittag rundum zufrieden und wohlig gesättigt die Heimreise nach Ham­burg antreten.