Hamburgensie

Herbstwanderung zur Wasserkunst Kaltehofe

Bericht noch unter "Aktuell"

Villa des ehemaligen hygienischen Staatsinstituts
Villa des ehemaligen hygienischen Staatsinstituts

KT

Am Samstag, den 4. Oktober 2014 um 12:00 Uhr versammelten sich, bei strahlendem Herbstwetter, über 30 BVO-Mitglieder und Gäste vor der U-Bahn Station Farmsen, um von dort gemeinsam das Wasserkunstgelände auf der Elbinsel Kaltehofe zu erkunden. Von der S-Bahn Station Rothenburgsort führte der Weg zunächst über den ca. 2 km  langen Billhorner- und Kaltehofener Deich zum Besichtigungsort.

Sandfiltrationsbecken mit Schieberhäuschen
Sandfiltrationsbecken mit Schieberhäuschen

Auf dem ehemaligen Gelände des Wasserwerks Kaltehofe ist ein weitläufiges Gebiet entstanden, das mit seiner ökologischen Vielfalt einzigartig ist und den Besucher an einen interessanten Ort entführt. Die ehemaligen 22 Sandfiltrationsbecken, und deren Schieberhäuschen werden in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten und zeugen gemeinsam mit der Villa des ehemaligen hygienischen Staatsinstituts von der großen Bedeutung dieses historischen Orts.

Das Hamburger Leitungswasser hatte im 19. Jahrhundert einen miserablen Ruf – trotzdem dauerte es Jahrzehnte, bis sich Bürgerschaft und Senat zum Bau einer zentralen Filteranlage durchringen konnten. Erst die Cholera, die im Sommer 1892 in Hamburg ausbrach, machte  es zwingend notwendig, die Bevölkerung so schnell wie möglich mit filtriertem Trinkwasser zu versorgen. Als Standort bot sich die neu entstandene Elbinsel Kaltehofe an. Durch eine Rohrleitung wurde damals das Elbwasser von der Schöpfstelle auf der Billwerder Insel in die Filtrationsanlage auf Kaltehofe geleitet und dort auf die 18 (später 22) Filterbecken, je in der Größe eines Fußballfeldes, verteilt und gereinigt. Im Mai 1893 wurde die Filtrationsanlage auf Kaltehofe in Betrieb genommen.

Ein Teil der Wandergruppe vor der Villa der Wasserkunst Kaltehofe
Ein Teil der Wandergruppe vor der Villa der Wasserkunst Kaltehofe

1990 wurde das Wasserwerk Kaltehofe außer Betrieb genommen. Rund 20 Jahre blieb die Elbinsel für die Öffentlichkeit weitgehend unzugänglich. Nun ist ein attraktives Naherholungsgebiet inmitten Hamburgs entstanden, welches im steten Einklang mit der Natur, die Kulturgeschichte des Industriedenkmals aufgreift und auf moderne und atmosphärische Weise reflektiert.

Ein Besuch des Cafe’s in der restaurierten Villa brachte nach der Führung die nötige Stärkung für den Rückweg.

Die Idee und die Organisation hatte unser Vorstandsmitglied Susanne Pöltl, bei der wir uns hiermit herzlich bedanken.

 

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